Für die Stammgäste

19.09.2017

Gute Reise, Jodok

"Kinder werden erwachsen, wenn sie nicht mehr fragen, woher sie kommen und nicht mehr sagen, wohin sie gehen".

Kaum zu glauben, dass es schon 20 Jahre her ist, als unser "Großer" geboren wurde. Wenn Sie selbst Kinder haben, dann wissen Sie, dass in 20 Jahren kein Stein auf dem anderen bleibt und es mehr Veränderungen als Konstanten gibt.

Schon seit dem Kindergarten weis unser Sohn, dass er einmal Techniker werden möchte und dieses Ziel verlor er in all den Jahren nicht aus den Augen. So besuchte er die letzten 5 Jahre die Höhere Technische Lehranstalt für Maschinenbau in Bregenz und schloß diese mit der Matura (dem österreichischen Abitur) ab.

Nach 9 Monaten Zivildienst und 2 Monaten Europa-Reise war er für kurze Zeit zuhause und gestern hieß es dann "Good Buy - Jodok", denn Jodok packte sein Auto bis oben hin voll und siedelte zum Studium nach Graz um. Graz ist die Hauptstadt der Steiermark und wunderschön. Im Frühling haben wir mit ihm gemeinsam sein Studentenwohnheim und die Technische Uni in Graz besichtigt.

Gerade haben wir mit ihm telefoniert - alles super! Mit einem noch unbekannten Wohnungskollegen teilt er sich ja in diesem Studentenwohnheim ein kleines Appartement mit 2 Zimmer, Bad und kleinem Vorraum, in dem auch eine Küchenzeile ist. Er hat soeben ein Foto seiner ersten Lebensmitteleinkäufe gesendet. Klarer Fall - es gibt eine italienische Woche - er war vorhin im Supermarkt und Nudeln waren gerade 2 zu 1 im Angebot. So hat er gleich ein paar Kilo Nudeln eingekauft. Kochen ist sein Hobby und er freute sich schon lange, jeden Tag kochen zu können.

In wenigen Tagen beginnt nun die Uni und an Weihnachten ist der erste Heimatbesuch geplant.

Wir wünschen Jodok von Herzen eine tolle Zeit und ich berichte Ihnen dann wieder.

Das Foto ist unmittelbar vor der Abreise entstanden. Das 2. Foto ist von unseren beiden Jungs Jodok (20) und Thomas (17). Die Bildqualität ist nur so schlecht, weil ich schon seit Wochen irgendwas am Handy verstellt habe und alle Bilder überbelichtet wurden. Ich habe es einfach nicht mehr umstellen können und ewig rumgemurxt... Jodok hat das dann gestern früh noch ganz unkompliziert erledigt - nun frage ich mich, wer in Zukunft meine technischen Probleme lösen soll???!!!

Viele Grüße von Regine

13.09.2017

Wanderung zur Sonna-Alp

Der erste Schnee auf den Berggipfeln und der abwechslungsreiche Wetterbericht mit spärlichem Sonnenschein ließen mich für diese Woche eine Wanderung auf halber Höhe planen.

Kaum hatte ich meine Wanderausschreibung fertig, da war die Teilnehmerliste auch schon ausgebucht. Mit einem wetterfesten und munteren Trüppchen von 10 Personen + mir trafen wir uns um 10:20 Uhr vor dem Haus und marschierten zum Bus.

Es ist schon vorgekommen, dass ich nicht mehr mit allen Wanderern zurück kam, aber dass mir schon beim Start 2 Leute fehlen, das war gestern eine Premiere. Erst an der Bushaltestelle fiel mir auf, dass Karin und Manne fehlten und ich schob es dem Wetter in die Schuhe, dass die Beiden nicht da waren.

Weit gefehlt! Der Bus wollte gerade los fahren, als die Beiden noch herein sprangen. In Hamburg geht die Zeit ein bisschen langsamer und Manne hatte einfach zu lange getrödelt.

Am Klettergarten stiegen wir aus. Hatten wir den Bus noch fast für uns alleine und ich nicht damit gerechnet, bei diesem niesligen Wetter auf weiteres menschliches Leben an diesem Tag zu stoßen, so war schon am Kletterfelsen jede Menge los. Auch als wir über die Brücke zum Schwarzwasserbach liefen, standen dort einige Leute in Neopren-Anzügen - bereit sich beim Canyoning-Programm der Bergschule Kleinwalsertal in die Wasserfälle des Schwarzwasserbaches zu stürzen.

Das ist nichts für schwache Nerven und ich war froh, dass wir ganz einfach rechts davon den schmalen Weg am Bach entlang laufen durften. Kurz darauf standen wir schon auf der Aussichtsbrücke, die über die Wasserfälle spannt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die Kessellöcher - über jahrtausende von den Wassermassen rund ausgeschliffen.

Zum Glück hatte ich keinen mehrstündigen, geologischen Vortrag darüber vorbereitet, denn meine Truppe war an solchen weltbewegenden Informationen gänzlich uninteressiert!

Interessanter war da schon das Unterhaltungsprogramm von Karin. Sie hatte nämlich ein gelbes Ungeheuer in Form einer Ganzkörper-Mülltüte dabei. Das Wetter wechselte im 5-Minutentakt von nassem Regen zu trockenem Regen und im gleichen Rhythmus zog Karin das Monster an und aus - oder versuchte es zumindest. Karin ist übrigens ein bisschen eigensinnig und lehnte - nach einer kleinen, schlechten Erfahrung - jede Hilfe beim Anziehen ab!

Über den Brennbodenweg erreichten wir die Schwarzwassertalstraße und blickten von oben auf Riezlern. Das ist wirklich ein super Anblick und wir machten erst einmal einen Stopp um das zu genießen. Ein paar Meter weiter öffnete sich der Blick auf Hirschegg - auch super - aber leider blieben uns die Berge verborgen. Das war sehr schade, denn die höchsten Berge des Kleinwalsertales liegen hier normal aufgereiht wie eine Perlenkette.

Ein erster, kurzer Anstieg erwartete uns und dann ging es wieder ganz gemütlich über den Rohrweg bis zum Speicherteich. Dort sammelten wir noch einmal unsere Kräfte, denn der zweite und letzte Anstieg erwartete uns mit 150 Höhenmetern. Die Truppe war klasse und passte super zusammen. Wir hatten weder einen schnellen, noch einen langsamen Ausreisser. Jedes Mal wieder interessant ist, dass meistens derjenige, der am Schluß läuft, beim Anblick der Hütte nach vorne prescht.

So war es auch diesmal mit Toni und Karin. Bis zur letzten Kurve das Schlußlicht, waren sie plötzlich ganz vorne und bis wir in der Sonna-Alp ankamen, hatten sie bereits 2 Tische organisiert, zusammengeschoben und die Sitzordnung vorbereitet.

Ohne Zweifel ist es eine super Hütte und wir hatten uns eine ausgiebige Rast mit Essen und Trinken verdient. Diejenigen mit Festerblick hielten uns mit dem Wetterbericht auf dem Laufenden: "es regnet" - so hatten wir überhaupt keine Eile und bestellten noch eine weitere Runde Getränke. Genau in dem Moment hörte es auf, aber bis wir dann bereit zum Abmarsch waren, fing es dann richtig an zu schütten.

Wir hatten noch vierbeinige Unterstützung dabei. "Ella" vergewisserte sich den ganzen Tag, dass noch alle und natürlich insbesondere ihre Chefin Claudia da waren und lief immer vor und zurück und um uns herum. Einmal war sie kurz von dieser Aufgabe abgelenkt und besuchte abseits vom Weg eine Kuhherde. Das bereute sie allerdings kurz darauf, denn der elektrische Weidezaun brachte sie kurzerhand zur Räson und von da an wiech sie Claudia nicht mehr von der Seite.

Gerne wäre ich über den schönen Weg im Haspelwald nach unten gelaufen, aber wir entschieden uns dann wegen dem Regen für eine ausgiebige Nachbesprechung in unserer Alpenstube und dafür für einen schnellen Abgang zur Bushaltestelle.

Es war ein super Tag und ich glaube, es hat Niemand von uns bereut, dass wir uns gemeinsam auf den Weg gemacht hatten.

Danke an Friedhelm, Claudia, Toni, Karin, Manne, Karin, Rolf, Monika, Edi und Manu - ich hatte viel Spaß!

Die Tour war knapp 10 km lang, 240 Höhenmeter nach oben, 290 Höhenmeter nach unten und mit einer langen Pause waren wir nach 5 Stunden wieder daheim.

22.08.2017

Wanderung über die Ochsenhofer Scharte

Heute war wieder mal "mein" Wandertag. Ich wollte eine Tour über die Berge machen und plante den Weg über die Ochsenhofer Scharte. Letztes Jahr lief ich diese Tour auch einmal, als wir plötzlich mitten im Gewitter standen - die Wetteraussichten für heute waren perfekt - weit und breit kein Gewitter!

Um halb zehn trafen wir uns vor dem Haus und obwohl ich zweimal durchgezählt hatte, war einfach eine Person zuviel. Ach ja... Gisela hatte sich dazwischen geschummelt, um uns zu verabschieden und so zogen wir dann doch mit geplanten 11 Leuten und mir los.

Mit der Linie 1 fuhren wir nach Mittelberg und nachdem wir 2 Gondeln warten mussten, brachte uns dann die Walmendingerhornbahn ganz gemütlich auf 1.946 Meter Höhe. Schon die Auffahrt zeigt ein unglaublich schönes Bergpanorama und ich verstehe, dass viele Gäste einfach hinauf fahren und sich dort stundenlang am Anblick unserer Berge erfreuen.

Wir schauten uns ausgiebig um und dann ging es los! Den Großen Widderstein stramm vor uns, ging es die ersten Meter über den breiten Schotterweg abwärts, was immer ein bisschen in die Knochen pfeift. Dann wurde es ein normaler Bergpfad und mit leichten Schritten gingen wir an der Lüchle Alpe unterhalb des Muttelbergkopfes entlang.

Jetzt hatten wir die Kreuzung erreicht, an der der Abstieg nach Baad, der Weg zur Stierhofalpe oder der Aufstieg zur Ochsenhofer Scharte abzweigen. Es geht gleich einmal steil aufwärts und schon die ersten Meter forderten so manche helfende Hand, um die vielen Felsen zu bezwingen.

Besonders bemühte sich Helmut um seine Inge. Ich schrieb es der Tatsache zu, dass Helmut auch nach über 50 Ehejahren noch ein absoluter Gentleman ist, aber er erklärte uns, dass Inge eine sehr gute Rente hat und er deshalb besonders gut auf sie aufpassen muss... :-). Ich verstand! Allerdings brachte mich diese Erklärung auch total ins Schwitzen und ich beschloß, nun ganz intensiv das Überleben von Helmut im Auge zu behalten - was nützt die schöne Rente von Inge, wenn ER den Löffel abgibt?

Ich war froh, dass heute kein Nebel war - hatte ich doch vor Jahren bei dichtem Bodennebel und Sichtweite unter einem Meter einen unfreiwilligen Körperkontakt mit einem Pferd - seitdem plädiere ich dafür, dass auch Pferde Kuhglocken tragen müssen, damit man sie wenigstens hört, wenn sie schon nicht zu sehen sind!

Es sind nur 158 Meter Aufstieg, aber meine Leute meinten, gefühlt wären es mindestens 300 Meter. Ich habe es noch einmal zuhause überprüft - es sind wirklich nur 158 Meter, aber die sind am Stück und es geht über Stock und Stein!

Ein bisschen abgelenkt wurden wir durch das grandiose Panorama und trotz all der Schnauferei konnte ich noch vieles über unser Kleinwalsertal erzählen. Vielleicht werde ich die nächsten Tage noch punktuell überprüfen, ob auch alle zugehört haben, denn wir haben über die Einwanderung der Walser aus dem Kanton Wallis in der Schweiz um 1280 über den Gemstelpass und die Hochalpe gesprochen, den Viehbestand und die Alpwirtschaft im Kleinwalsertal, viele mögliche Wander- und Bergtouren, Hangrutschungen, Lawinen, Lawinenverbauungen, Wildbestand, Gesteinsarten, Entstehung der Alpen... Jetzt fällt mir erst auf, wie gescheit meine Leutchen heute wurden...

Alma erwischte mich mit mangelnder Botanik-Kentniss und ich fotografierte die Blume, um sie noch zu googeln und das Ergebnis dann nachzureichen. Liebe Alma - diese schöne lila Alpenblume nennt sich "Herbstenzian".

Endlich waren wir an der Scharte und nach den Anstrengungen des Aufstiegs waren wir auch ein bisschen desolat. Also machten wir eine ausgiebige Pause. Von der Ochsenhofer Scharte (1.850 Meter) aus hat man einen Blick über die kompletten 96 Quadratkilometer des Kleinwalsertales und ich bin auch mit 46 Jahren immer noch atemlos bei diesem tollen Anblick.

Die Schwarzwasserhütte fest im Blick, ging es nun abwärts. 3/4 des Weges sind ganz schön "rupfig", mit vielen Felsen, großen Steinen und ziemlich unwegsamen Gelände und ich war froh, dass es nicht mehr allzu weit war. Siegward preschte beim Abstieg nach vorne und meinte, er kann das Weizenbier schon riechen. Na also - die Mittagspause kann kommen!

Zunächst gab es noch einen "Arzttermin". Die Sohlen von Anna´s Schuhen wollten ein eigenes Leben führen und gingen ab. Sie hatte schon beim Aufstieg das Gefühl, die Schuhe würden quitschen und nun wußten wir auch den Grund dazu. Flugs holte ich einige Kabelbinder aus meinem Rucksack und wir machten die Sohlen wieder fest. Das brachte viel Freude - hatte mein Vater doch gerade gestern Abend im Wintergarten davon gesprochen, was man mit Kabelbindern alles festbinden kann und meine Gäste waren auch gleich sehr phantasievoll, was man mit den Dingern so alles anstellen kann. Helmut versprach noch, für den heutigen Abend ein Gedicht auf Anna und die Kabelbinder zu machen!

Wir saßen über eine Stunde und nachdem auch der letzte Krümmel vom Kaiserschmarren verputzt war, machten wir uns dann wieder langsam auf die Socken. Anne und Martin waren unsere laufstärksten Wanderer - sie hätten die Tour wahrscheinlich in der halben Zeit geschafft. Wir anderen brauchten ein bisschen länger, gerade weil der Weg von der Schwarzwasserhütte bis zur Auenhütte auch mit vielen Steinen durch das Hochmoor gepflastert ist.  Auf den großen Steinen vor der Melköde machten wir noch eine letzte Rast, denn wir hatten nun nur noch das Rentner-Rennstück vor uns.

Ich erzählte noch von dem großen Lawinenunglück 1952, als im Februar eines Nachts über eine Länge von 800 Metenr die Lawine auf der Südseite des Ifen auf die Hochebene des Schwarzwassertales schoß und 20 Menschenleben forderte. Dies war eines der schwersten Lawinenunglücke im gesamten Alpenraum, aber sofort fielen den anderen noch mehrere Todesfälle ein... man sollte wirklich nicht zuviel vom Sterben sprechen - nicht, dass das noch abfärbt...

Nun ging es flott bis zum Speicherteich des Ifen-Schigebietes. Ich lief ein Stück mit Alma und während wir so erzählten, löste sich der linke Bergschuh nach und nach in seine Einzelteile auf. Ich machte mich schon darauf gefasst, dass ich Alma noch über die Schulter schmeißen und die letzten Meter zum Bus tragen werde, aber die letzte Schicht Sohle hielt doch noch durch!

Genau rechtzeitig zur Busabfahrt erreichten wir die Auenhütte, warfen noch einen kurzen Blick auf den Neubau der beiden Ifen-Bahnen und schon ging die Fahrt nach Hause.

Herzlichen Dank meinen Mitwanderern - ich bin mit 11 Leuten lebend los und mit 11 Leuten lebend wieder heim gekommen...

Grüße von Regine

17.08.2017

Unsere Hausgästewanderungen...

Wir schreiben jede Woche eine Tageswanderung mit unseren Hausgästen aus und im Wechsel werden diese von Floh (das ist mein Mann) und von mir (das bin ich) geführt.

In aller Regel finden unsere Wanderungen am Dienstag oder Mittwoch statt und die Wahl der Tour richten wir nach unseren Gästen und nach dem Wetter. Wenn Sie mit uns wandern möchten und einen Wunsch haben, wohin die Tour führen soll, dann richten wir uns auch gerne danach.

Bei allen Bergtouren gilt jedoch, dass diese keine blau-weiße Markierung haben dürfen, wir Niemanden ans Seil nehmen und sichern dürfen, die Wege nicht extrem absturzgefährdend sind und wir nicht über gefährliche Schneefelder laufen dürfen.

Wir wandern in aller Regel auf unseren Bergtouren mit weiß-rot-weißer Markierung. Hier müssen jedoch alle Teilnehmer zwingend knöchelhohe Bergschuhe anhaben (also ÜBER die Knöchel). Leider scheitern an dieser Forderung (die von unserer Versicherung gemacht wird) oft Gäste, die keine entsprechenden Schuhe dabei haben.

Ich führe auch gerne Touren bei nicht so tollem Wetter und in Talnähe. Hier genügen gute Wanderschuhe mit Profilsohle.

Unser Ziel für die Wanderungen ist, dass wir alle zusammen einen schönen Tag haben und wir und unsere Gäste (auch untereinander) sich besser kennenlernen.

Also - Berg Heil! Vielleicht sind Sie ja dabei! Grüße von Regine

17.08.2017

Wanderung zum Fellhorn

Schon wieder Mittwoch! Unglaublich, wie schnell eine Woche vergeht. Es ist also wieder mal mein freier Nachmittag gewesen. Wie meistens, mache ich das Wanderprogramm und meine Schwestern Karin und Martina laufen einfach mit.

Ich hatte mir ausgedacht, das schöne Wetter zu nutzen und zur Schlappold-Alpe zu laufen. Allerdings hatte ich nicht einkalkuliert, dass bei meiner Schwester eine Birne durchbrennt (genauer gesagt, in einem ihrer Gästezimmer die Badezimmer-Leuchtröhre) und dies gleich eine stundenlange Murxerei nach sich zieht.

So sind wir also erst um 14:30 Uhr mit der Kanzelwandbahn auf den Berg. 15 Minuten Bergfahrt - genug Zeit, um uns die ganze Misere zu erzählen und genug Zeit für uns, darüber ein paar Witze zu machen!

Wunderschön der Ausblick von der Bergstation, Jedes Mal muss ich auch noch kurz auf die Liegestuhlterrasse, die meistens "ausgebucht" ist und einen tollen Rundblick gewährt.

Nun eilte es aber und wir sind in flottem Tempo am Speicherteich vorbei auf den Blumenweg. An der Abzweigung bleibe ich immer noch einmal stehen, um den 2-Länder-Klettersteig zur Kanzelwand genau zu besichtigen. Gestern waren schon fast alle Kletterer auf den letzten Metern vor dem Gipfel - spektakulär, wie die Leute im Fels hängen. Es ist schon wieder lange her, dass ich mit Karin dort durch bin und wir beschlossen, das mal wieder zu machen. Dieser Klettersteig hat schon Schmackes! Letzte Woche mussten 2 Leute per Hubschrauber und Seilbergung aus dem Klettersteig gerettet werden. Der Mann war bei der Seilbrücke vom Fels abgerutscht, baumelte im Freien und hatte keine Kraft mehr, sich wieder an den Fels zu ziehen. Seine Frau konnte ihn auch nicht wieder ranziehen und so setzten sie einen Notruf ab. Zum Glück waren beide nur ein bisschen durch den Wind und unverletzt und wurden mit dem Heli ins Tal geflogen.

Meine Schwestern fanden es auch auf der Bierenwangalpe sehr einladend und wollten dort schon einkehren, aber ich drängelte weiter und da ich ja die Route aussuchte, hörte alles auf mein Kommando!

Bei der Bergstation der Fellnornbahn musste ich jedoch einsehen, dass wir die Schlappold-Alpe nicht mehr schaffen würden. Es war nun 15:45 Uhr - und wir bräuchten noch ca. 30 Minuten bis zur Alpe, 30 Minuten zurück und wollten ja noch eine ordentliche Brotzeit machen. Das ging sich also nicht mehr aus, denn die letzte Talfahrt der Fellhornbahn war um 16:45 Uhr.

Also fuhren wir mit der Fellhornbahn ins Tal und kehrten dann sofort bei der Raststätte Faistenoy ein. Das hat sich gelohnt, denn alles, was wir bestellten, war total lecker!

Der Vorteil einer späteren Wanderung ist ja, dass dann kaum noch Leute auf dem Weg sind. Später machten wir uns also wieder auf den Weg über Schwand zur Schiflugschanze und zum Freibergsee. Das hätte alles ja ziemlich gemütlich sein können, aber meine "Lampen-Schwester" hatte auch noch eine Verabredung zum Damen-Abend im Casino und deshalb eilte es schon wieder...

Schurstracks sind wir also am Freibergsee vorbei und über den Edmund-Probst-Weg gelangten wir zurück zur Talstation der Söllereckbahn. Dort kam zeitgleich mit uns unser "Taxi Thomas" an. Sehr praktisch, dass unser Jüngster auch einen Führerschein hat und so kamen wir um kurz nach 19:00 Uhr wieder zuhause an.

Das war wieder einmal eine ganz schöne Zeit gewesen und ich ging total müde schon ganz früh ins Bett.

Grüße von Regine

 

14.08.2017

Wanderung quer durch´s Tal...

Meine Gästewanderung führte letzte Woche auf der rechten Talseite bis Baad.

Die beiden Sonnentage am Montag und Dienstag habe ich unseren Gästen überlassen. Bei Schönwetter gibt es ja immer jede Menge Wanderpläne, aber bei Schlechtwetter beißt es aus!

Für den Mittwoch war morgens Regen, tagsüber gutes Wetter und abends wieder Regen angesagt. Deswegen hatte ich die Tour genau so geplant - zuerst am Schwarzwasserbach und dann mit Aussicht auf dem Höhenweg...

Gestartet sind wir mit der Linie 2 und fuhren bis zum Hotel Erlebach. Danach bogen wir links ab in die Obere Eggstraße und kurz darauf rechts in den Kesselschwandweg. Auf breitem Weg ging es nun gemütlich nach unten zum Kneipp-Becken, bis wir wieder links zur Naturbrücke abbogen. Ein herrliches Fleckchen Erde! Schon der kleine Weg dorthin über Wurzeln und Waldboden, kleine Lichtungen und urige Vegetation hat eine tolle Antmosphäre. Über eine Leiter kletterten wir nach unten und standen kurz darauf auf er Naturbrücke. Früher verlief der Bach hier unterirdisch und hat sich im Lauf vieler Tausend Jahre durch den Fels gegraben. Oft findet hier auch das Kinderprogramm mit Canoying der Bergschule statt. Gleich daneben ist die Flying-Fox-Anlage und ein Zelt für gemeinsames Grillen...

Nachdem wir alles ausführlich besichtigt hatten, liefen wir weiter über eine flache Wiese, vorbei am Fußballplatz und durch einen herrlichen Sommerwald hinauf zum Wasserfall. Ich mag den Schwarzwasserbach. Alle paar Meter ist er wieder anders - mal schmal und reissend, dann wieder breit und gemütlich, flach und dann wieder steil angelegt für herrliche Wasserfälle...

Staundend beobachteten wir noch 2 junge Männer, die sich im Neopren-Anzug durch die Wassermassen kämpften. Das sah schon haarsträubend aus, zumal es an der Ausrüstung haperte und die beiden Jungs keine Helme aufhatten.

An der Kreuzung kurz danach bogen wir über die kleine Brücke nach links ab und liefen über den Brennbodenweg nach "Windegge" mit herrlicher Aussicht auf Riezlern und auf Hirschegg. Nachdem der Wetterbericht ja für den Mittag gutes Wetter vorhergesagt hatte, dachte ich auch, dass wir nun herrlich das wunderschöne Panorama der Bergkulisse sehen können. Das war aber nicht so, denn die Berge waren in Wolken verhüllt. So genügte uns der Anblick unserer Ortschaften und wir wanderten nun weiter über einen kurzen Anstieg auf den Rohrweg. Danach wurde es wieder flach und wir hatten genug Luft, um uns zu unterhalten.

Nach dem Speicherteich erwartete uns der nächste Anstieg, Nun zog sich das Feld auseinander, aber schon bald wurden unsere Schnellsten eingebremst - eine Kuhherde machte es sich genau auf unserem Wanderweg gemütlich.

Dann hatten wir den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht: vor uns lag die Sonna-Alp. Ich hatte in meiner Ausschreibung die Einkehr in einer der Hütten: Sonna-Alp, Max-Hütte, Bühl-Alpe oder Stutzalpe ankündigt, und da noch Niemand unserer Gäste in der Max-Hütte war, beschlossen wir, diese zu besuchen.

Die Maxhütte liegt wunderschön, direkt an der Schiabfahrt der Walmendingerhornbahn und bietet wie alle Hütten leckere Brotzeiten, Suppen und selbst gebackenen Kuchen an. Wir saßen in der Hütte und als wir wieder loswanderten, kam sogar die Sonne heraus.

Ach ja - ich kam nicht mehr mit allen Gästen zuhause an... Wir hatten 2 Frauen mit Knie- und Achillessehnen-Problemen dabei und sie entschieden sich für die Rückkehr zur Zaferna-Bahn und dann die Talfahrt.

Die restlichen Gäste machten sich mit mir auf den Abstieg durch den Haspelwald. Dieser Weg ist fast unbekannt, aber durch den Wald total schön. Danach kamen wir auf den Baader Höhenweg und sind diesen noch bis Baad durchgelaufen.

Irgendwie waren wir nun so im Schuß, dass wir eigentlich noch gut zurück nach Riezlern hätten laufen können, aber ich hatte ja am Mittwoch Abend frei und somit noch eine weitere Wanderung mit meinen Schwestern vor mir.

Der Bus brachte uns nach Riezlern zurück und nach einem Ziel-Schnaps und der Besprechung, dass wir nächstes Jahr eine größere Wanderung machen, gingen wir zufrieden unter die Dusche.

Vielen Dank meinen Mitwanderern für einen schönen Tag!

Regine

 

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